Die einzigen historischen Fotos
Tatsächlich gibt es keinen einzigen betriebsfähigen Telefunken "E207" mehr.
Es gibt keine Unterlagen, und nur wenige historische Fotos !
Eines im Telefunkenkatalog von 1919, sowie Fotos in der "Telefunken- Zeitschrift" von 1919 und 1920, bestätigen, daß es außer dem Katalog- Prototyp dieses Gerät wirklich gab.
Wahrscheinlich wurden die Unterlagen bei Militär und Behörden nach Außerdienststellung der Geräte vernichtet, und zwei Weltkriege ließen sowieso nicht sehr viel übrig.
(Edit: Ich habe ein Gerät in einem Museum in Norwegen gefunden, es existierte 2018 noch, war aber nicht mehr funktionsfähig, weil teil- geplündert, es ist nicht sicher, ob es heute -2026- überhaupt noch existiert).

"E207" im Telefunken- Katalog 1919

E207 in der Telefunken- Dauerausstellung in Berlin, links neben der Fenstersäule in Bildmitte. Links neben dem Gerät ein Stapel Wechselspulen (Telefunken- Zeitung 1919, Foto von mir aufgearbeitet, verwischte Details wiederhergestellt)
Rechts sieht man die "Kleine Röhrensender- Station ARS 68", Empfänger und Sender in einem Gehäuse.
Ausschnitt des vorigen Fotos, der "E207" links am Pfeiler, die obere Spule ist 40° geschwenkt, die untere Spule ist nicht zu sehen, sie scheint durch einen vorgestellten Holz- Kastenrahmen geschützt zu sein.
Die zwei Geräte rechts sind die "Kleine Röhrensender- Station ARS69/ E225": rechts der Empfänger "E225", links daneben (mit den weißen Skalen) "sein" Röhrensender "ARS69".
"E207" in der Großstation Kristiania (Norwegen), Telefunken- Zeitung 1920.
Rechts auf anderen Geräten 4 Sätze Wechselspulen (von mir aufgearbeitetes Originalfoto, Teil- Fotomontage).
Auschnitt aus dem vorigen Bild: Funker mit Wechselspulensätzen (Fotomontage)
E207 in der Großstation Kristiania (Norwegen), Foto von 1930.
Die Frau am Funkpult wirkt winzig gegen den Empfänger.
Die Station erscheint aufgeräumter. Scheinbar wird 1930 im Empfänger nur noch ein Spulensatz ständig benutzt.
E207 in der Großstation Kristiania (Norwegen), Foto von 1930.
Der Funktechniker bedient mit dem Handrad den Spulenschwenker der oberen Spule, mit dem der Kopplungsgrad eingestellt wird.
Das bedeutet für eine Rekonstruktion, daß Fotos analysiert und mit anderen Telefunken- Geräten jener Zeit verglichen werden müssen.
Dabei ist ein Problem, daß der E82 und der E207 Stellelemente besitzen, die einmalig waren, und nie wieder in anderen Geräten verwendet wurden.
Und die damalige Umsetzung war äußerst schwergewichtig- Ausführung der Mechanik aus Eisen, Gußeisen, Messing, Keramikteilen, dicken Hartpapier- oder Kunststoffplatten und dicken Holzteilen.
Das gab später den Geräten den Namen "Boatanchor"- = "Schiffsanker- Klasse" (meine Übersetzung).
Das gab es zwar später in kommerziellen und militärischen funktechnischen Geräten auch, aber in diese wurden eine Unmenge an Bauteilen. Baugruppen und speziellen Schaltungen eingebaut, das sind äußerst fähige Geräte, die alle Empfangsmodi beherrschen, allerbeste technische Werte haben, und bis heute jedem Vergleich standhalten.
"E82" und "E207" waren "nur" Detektorempfänger, die mit der Energie der empfangenen Sender funktionierten, wenngleich auch Zusatz- Geräte zur Erweiterung der Stationen verwendet wurden, die aber selbständige Geräte waren- so wurden in den Stationen Aufstellschränke- und Tische bis 4 Meter Breite plaziert, auf denen z. B. andere Kristall- Detektoren, Überlagerer (zum Hörbarmachen tonlosere Telegraphie), HF- Verstärker, NF- Verstärker, sowie weitere Einzelkomponenten aufgereíht waren.
Das waren Gerätschaften für Behörden und Militär, die enorm teuer waren, und dem normalen Amateur oder Bastler überhaupt nicht zugänglich waren, nach Außerdienststellung wurden die Geräte meist vernichtet.
Aber das "nur Detektorempfänger" schreibe ich in Anführungszeichen, weil die Geräte doch ausgefeilteste Technik repräsentierten. Aus dem Vorhandenen wurde alles herausgezogen, was irgendwie möglich war, schaltungstechnische Details, Kopplungen mit aufwendigster Mechanilk, vergleichbar mit Präzisionsmaschinen im Maschinenbau, hochwertigste, verlustärmste Bauteile, spezielle Fabrikationsmethoden, wie Spulenwickeltechniken, schon wenige Jahre später, mit dem Aufkommen der Röhren- Verstärkertechnik, nicht mehr nötig, heute längst vergessen..
So erreichten speziell gewickelte Spulen eine Erhöhung der Signalstärke um 50% !
Ich konnte dies sogar rechnerisch nachweisen (hier).
Die Möglichkeit, jeden Sender zweimal zu empfangen, mit einem hohen und einem niedrigen L/C- Verhältnis(z. B. hier) war ebenfalls eine intelligente Lösung, man wählte dann das Verhältnis, bei dem der Empfang besser war.
Das ließ sich zwar nicht in Sekundenbruchteilen umschalten, dafür führten Funker präzise Logbücher, in denen die technischen Details (wie Antennen- und Erdungsverhältnisse) und die nötigen Empfangs- Einstellungen für bestimmte Sender, Frequenzen oder Frequenzbereihe festgehalten wurden.
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