Der Schaltplan- eigentlich einfach

Schaltplan, den ein Funkamateur nach Augenschein aufgenommen hat.
Die Drehkondensatoren sind mit "Mangler" (norwegisch für "fehlen") gekennzeichnet.
(Quelle norwegische Zeitschrift "Hallo Hallo")

Prinzip- Schaltplan, unten größer
So überraschend, wie das Finden von Fotos, war auch die Entdeckung der "Einfachheit" des "E207".
Ich habe die durch Augenschein ermittelte Schaltung des Technikfreundes umgezeichnet und analysiert.
Hier die vereinfachte Prinzip- Schaltung, es ermöglicht 2 Betriebsarten, die ich als EInzelschaltung hier darstelle.
Der Prinzip- Schaltplan
Der "E 207" enthält sehr viel mehr, aber das sind sehr große Drehkondensatoren- Sätze mit mechanischer Kopplung, sowie Bauteile für Spulenwechsel, Kopplung und Umschaltung von Induktivitäten und Kapazitäten, die ich zur Vereinfachung weggelassen habe.
Tatsächlich wirksam sind immer nur diese beiden Schaltungsvarianten:
Er ist eigentlich nur... ein ganz einfaches, Zweikreis- Abstimmgerät.
"E207" wurde für den Empfang im Bereich der Längstwellen (ab 30000 m = 10 kHz) bis zum Ende des heutigen Langwellenbereichs (1000 m = 300 kHz) konstruiert.
Durch Wechselspulensätze konnten wichtige Bereiche innerhalb dieses großen Frequenzbereichs mit optimierter Technik verwendet werden, etwa für kontinentalen Weitverkehr, Marine, Militär, usw.
Wie vorher bemerkt, gab es keinen eingebauten Kristalldetektor, keine Front- Anschlüsse, keine Umschaltstellungen und keinen "Telefon- Kondensator" für einen solchen Detektor, es ist keine Erwähnung des Kristalldetektor- Betriebs bekannt, aber der Betrieb ist an den beiden Ausgangs- Buchsen problemlos möglich.
Das war zu der Zeit tatsächlich so üblich, mein Empfänger Westinghouse "RC" von 1922 ist genauso gebaut- zweiteilig- ein rein passives Abstimmgerät ("Tuner") namens "RA" und ein Audion mit 2- stufigem NF- Verstärker "DA", zwar in einem Gehäuse, die ersten Modelle wurden noch in zwei Gehäusen geliefert, die nebeneinandergestellt und mit Drahtbrücken miteinander verbunden wuren ("Radio- D- Zug").
So gab es auch -anstelle des Audions- den Kristalldtektor "DB", "RA" und "DB" wären also ein Kristalldetektorempfänger ohne Röhre(n).
Die gewaltige Größe des "E207" resultiert aus verlustarmen, aber riesigen Bauteilen, den zahlreichen Kopplungs- und Umschaltmöglichkeiten und der mechanischen Umsetzung.
Die Konstrukteure verwendeten die bekannte "Kurz- Lang- Schaltung" im Eingang, also einmal die L-/C- Reihenschaltung, einmal die Parallelschaltung.
Diese Umschaltung ermöglicht für viele Frequenzen einen Empfang mit einer der beiden Schaltungen, und man wählt einfach die Bessere aus.
Prinzipiell wäre mit der "Kurz- Lang- Schaltung" die Anpassung an verschiedene Antennen möglich, dies ist aber nicht weitreichend genug ausgebaut- und das war auch nicht vorgesehen, da der "E207" für Großstationen bestimmt war- und deren Antennen waren riesig, und hatten enorme Eigenkapazitäten, heute undenkbar, aber damals nötig, um bei den niedrigen Frequenzen arbeiten zu können.
Es war aber nötig, die Antennenkapazität der Station, in welcher der "E207" Dienst tun sollte, zu berücksichtigen, dies erforderte eine Erst- Einmessung und Eichung.
Bei der Installation der Empfangsanlage wurde für den "E207" , natürlich mit "seiner" festen Stationsantenne, mittels eines Wellenmessers (einem aktiven HF- Generator, ähnlich dem "Grid- Dipper" der Funkamateure) eine Frequenzbereichs- Tabelle erstellt, um die Empfangsbereiche bei den Schaltstellungen der Bedienelemente festzustellen.
Die Tabelle wurden auf der oberen Frontplatte angeschlagen, auf Fotos sieht man 2 Tabellen- Halter, wahrscheinlich für die Standard- Spule und eine Wechselspule.
So konnte der Funktechniker auf einen Blick die passenden Einstellungen für die Empfangsfrequenzen finden.
Angepaßt an die Gegebenheiten einer Großstation, speziell der hochkapazitiven, riesigen Antennenanlagen, sowie Telegraphie- Zusatz- Baugruppen, wurde ein sehr spezielles Gerät konstruiert.
Mit einem angeschlossenen Röhren- Audion, folgend Niederfrequenzverstärker- Stufen, sowie einem Überlagerer für tonlose Telegraphie, hatte man eine sehr hoch leistungsfähige Empfangs- Anlage vor sich, die sich bis heute nicht verstecken muß.
Bitte hierbei beachten:
Ton- Rundfunk gab es in Deutschland erst ab 1923.
Der "E207" war jedoch nie als Radio für Unterhaltungsrundfunk konzipiert, sondern ausschließlich für die Nachrichtenübertragung in kommerzieller und militärischer Nutzung !
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